Bunt Gemischtes zur Fasnachtszeit

Heute werde ich einen sehr bunten Beitrag mit gemischten Gefühlen schreiben, der für eine längere Zeit wahrscheinlich auch der letzte sein wird. Der Grund: Morgen ist bereits die erste Knie-OP, in der voraussichtlich mein Innenband wieder angenäht wird. Danach werde ich sehr mit Physiotherapie beschäftigt sein. Ja, leider war die Diagnose vom MRT eher schlecht, denn sowohl das Innenband (als kleineres Übel) als auch das vordere Kreuzband sind komplett abgerissen :-(; die Kreuzbandoperation ist dann evtl. im Frühsommer. Für mich ist die Situation natürlich furchtbar, da ich mich nach den OPs lange nicht um meine Kinder, vor allem nicht um unsere kleine Maus kümmern kann, weil man die ersten Wochen komplett mit Krücken und mit einer Schiene bestreiten muss. Unser 14monatiges Baby ist zwar schon fast ein Kleinkind – sie läuft flott und klettert, was das Zeug hält- aber genau das ist auch die Schwierigkeit. Ich kann ihr nun einfach nicht mehr hinterherlaufen, darf sie auch nicht heben und nicht tragen; generell kann ich sie vorerst nicht mehr versorgen und bin schon sehr frustriert. Zum Glück ist meine Mutter so hilfsbereit und noch einigermaßen fit, sodass sie den größten Teil der Betreuung meiner Kinder übernehmen kann. Dennoch ist die Lage angespannt, weil ich leider keine Dorfhelferin finanziert bekomme, bzw. nur zu einem ganz geringen Teil, sodass man fast arm wird, wenn man diese selber bezahlen muss :-(. Aber so ist es wohl als Privatpatient… . Die Vorteile überwiegen die Nachteile nicht immer… . Nun hoffe ich einfach, dass die Heilung schnell vonstatten geht und ich dann für die zweite Operation besser gewappnet bin, auch wenn diese die langwierigere Geschichte ist. Vollständig wiederhergestellt ist man wohl aber erst nach 9-12 Monaten, sodass ich vorerst mit meinem geliebten Sport Zumba und natürlich dem Skifahren aufhören muss. Aber vielleicht tut sich ja auch etwas Neues auf, das mir genauso viel Spaß macht.

Schwerelos

Nun aber genug Gejammer – es ist eh nicht mehr zu ändern – und auf zu einem anderen Thema. Der Knieverletzung zum Trotz waren mein Mann und ich am Wochenende auf einer örtlichen Fasnachtsveranstaltung und haben uns seit Jahren mal wieder selbst ein Kostüm zusammengeschustert. Das Motto kreiste rund ums Fliegen und so haben wir uns für einen „lustigen Astronauten“ entschieden. Quasi schwerelos (also fast, mit Gehhilfen halt) sind wir also an jenem Abend in die Festhalle eingeflogen.

     Astronauten

 

 

Der Raumanzug ist einfach ein weißer Arbeitsanzug den ich ein bisschen umgenäht und mit roten Streifen versehen habe (ein rotes Klebeband war dafür optimal). Dann haben wir diverse Aufnäher bestellt und so den Anzug gepimpt. Der Helm war da schon etwas schwieriger zu gestalten, da wir zwei Abende damit verbracht haben, Luftballons mit Papier und Zeitung zu bekleben. Der Einbau der Scheibe war dabei nicht ganz einfach, wobei sich eine Overheadfolie am besten dafür eignete. Schließlich haben wir aber einen ansehlichen Pappmachéhelm hinbekommen. Außerdem war es mal wieder richtig schön, und vor allem auch meditativ, mit Kleister und Papier zu werkeln. Das habe ich nämlich seit meiner Kindergartenzeit nicht mehr gemacht ;-).

Heraus kam schließlich ein witziges Kostüm, das man gut in einer Halle, aber auch auf der bei uns so beliebten Straßenfasnacht prima tragen kann (die dieses Jahr leider für mich ausfällt 😦 ). Unser Sohn hat auch einen passenden Anzug bekommen und durfte natürlich den Helm dazu anziehen.

Kleiner Astronaut

 

Elzacher Fasnet

Ja, die Fasnacht oder auch „Fasnet“, wie man bei uns sagt, ist was ganz Besonderes. Diese fünfte Jahreszeit ist wild, aber bei uns im Südwesten auch sehr traditionell ausgelegt. Im Nachbarstädtchen Elzach tobt in dieser verrückten Zeit ein wilder Narr, der sogenannte „Schuttig“. Diese „wilden Männer“ haben schon sehr früh, bereits Anfang des 16. Jh., den Winter ausgetrieben. Heute springen die roten Schuttig und die „Rägemolli“ mit ihren Saubloderen (Saublasen), unheimlichen Holzlarven (Larve= Maske) und scheppernden, voll mit Schneckenhäuschen besetzten Hütten durchs beschauliche „Städtli“. Und einmal im Jahr kommt diese kleine Stadt dann auch richtig groß raus, quasi als Aushängeschild der schwäbisch-allemannischen Fasnacht (wobei wichtig ist zu erwähnen, dass die Schuttig mit drei anderen Narrenzünften, die eine genau so lange Tradition haben, im sogenannten „Viererbund“ vereint sind). Wer mehr über die Elzacher Fasnet erfahren möchte findet Infos sowie einen schönen Film dazu auf der Homepage der Narrenzunft http://www.narrentag-elzach.de/ oder natürlich bei Wikipedia.

Jedenfalls ist mein Sohn auch bereits ein begeisterter kleiner Schuttig und daher habe ich vor Kurzem ein Aquarell von ihm im „Rägemolli“ mit einem erwachsenen Schuttig angefertigt, dass jetzt immer zur Fasnet ein Plätzchen in unserem Hausflur findet und meine Heimatserie erweitert.

 

Schutttig und Rägemolli
Schuttig und kleiner Rägemolli, Aquarell, 2016.

 

Jetzt kann ich mir das Ganze Spektakel in Auszügen zuhause angucken und bekomme vielleicht nicht ganz so viel oder doch noch mehr Sehnsucht auf das Feiern in der fünften Jahreszeit. Aber das Schöne daran ist ja: Sie kommen jedes Jahr wieder, diese wilden Tage. In diesem Sinne allen Narren unter euch eine schöne Fasnet und den anderen natürlich auch eine gute Zeit!

 

Liebe Grüße sendet euch für unbestimmte Dauer eure

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