Seiltänzer

 Seiltänzer

Die Seiltänzer

von Georg Heym

Sie gehen über den gespannten Seilen
Und schwanken manchmal fast, als wenn sie fallen.
Und ihre Hände schweben über allen,
Die flatternd in dem leeren Raum verweilen.

Das Haus ist übervoll von tausend Köpfen,
Die wachsen aus den Gurgeln steil, und starren
Wo oben hoch die dünnen Seile knarren.
Und Stille hört man langsam tröpfeln.

Die Tänzer aber gleiten hin geschwinde
Wie weiße Vögel, die die Wandrer narren
Und oben hoch im leeren Baume springen.

Wesenlos, seltsam, wie sie sich verrenken
Und ihre großen Drachenschirme schwingen,
Und dünner Beifall klappert auf den Bänken.

(Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/gedichte-2980/40)

Holzarbeiten

Im August waren mein Mann und ich kreativ mit Holz: Als erstes habe ich eine Anfrage bekommen, ob ich für ein Hoffest Schilder malen könnte, damit sich die Gäste besser orientieren können. Da in unserem Flur immer ein Klamottenchaos herrscht – Sohnemann wirft gern Jacken, Pullis und Co. auf den Boden – musste eine Kindergarderobe her. Dann baut mein Mann gerade noch an einem Bett für unseren Großen. Wenn Mama und Papa werkeln, möchte unser Sohn aber natürlich auch etwas bauen. Sein Projekt: Ein Puppenhaus für die kleine Schwester – süß, nicht? 😉

August 2015

Viel Glück!

Letzte Woche habe ich an einem Abend zu später Stunde noch ein paar Glückskekse genäht. Hintergrund: Wir waren auf dem 40. Geburtstag einer Bekannten eingeladen und da hat mir noch die Geldgeschenkverpackung gefehlt. Hinein kamen natürlich die Moneten, aber auch ein paar nette Wünsche für die Zukunft. Na dann, viel Glück!

Glückskekse1 Glückskekse3Glückskekse2

Wer Lust zum Nachnähen hat, hier gibt es die Anleitung: http://gutschigutschi.blogspot.de/2011/01/gluck-fur-alle.html

Liebe Grüße von

Unterschrift

 

Nähwerkstatt II

Am Donnerstag wurde in der „Nähwerkstatt“ fleißig gearbeitet. Vormittags kamen vier Mädchen zu mir nachhause und nachmittags noch einmal eine Gruppe mit fünf Kindern. Zunächst habe ich, nach der obligatorischen kurzen Vorstellungsrunde, erklärt, was wir gemeinsam nähen werden, wie die „Nähwerkstatt“ (also die Materialverteilung in unserem Wohnzimmer) eingerichtet ist und welche Regeln man beachten sollte. Es gab im Raum eine Materialecke mit den verschiedenen Stoffen und dem Couchtisch, auf dem die „Werkzeuge“, wie Scheren, Maßband usw. lagen; dann stand ein Arbeitsstisch in der Mitte des Zimmers, auf dem geschnitten und geklebt werden durfte und schließlich gab es noch den Nähtisch mit den Nähmaschinen. Die Kinder sollten darauf achten, dass immer alles wieder an ihren angestammten Platz zurück kommt, was soweit auch gut geklappt hat. Nach diesen Erläuterungen ging es dann mit dem Probenähen los: Die Mädels durften zunächst einmal Stoffreste zusammenstecken, eine Linie anzeichnen und dann mit der Nähmaschine entlang der Linie nähen. Das war für einige schon sehr aufregend, weil manche noch nie davor eine Nähmaschine bedient hatten! Schließlich kamen aber alle irgendwie zurecht und wie immer gab es wahre Naturtalente! Jedenfalls konnte ich in dieser Phase auch ein bisschen die Technik an den Maschinen und ein paar Fachbegriffe (bspw. Oberfaden, Unterfaden, Geradstich usw.) einführen – was ja irgendwie zum Nähen dazugehört und auch zum didaktischen Anspruch an mich selber ;-). Außerdem lernten die Mädchen so, dass man die Stoffe meist rechts auf rechts legt und von links zusammennäht. Etwas schwieriger als die gerade Linie war dann allerdings der Halbkreis. Ein paar Mädels ist dieser auf Anhieb geglückt, ein paar anderen fiel das Drehen des Stoffes eher schwer – aber was soll’s, letztlich haben alle das Probenähen bestanden und durften sich dann ihr Nähprojekt aussuchen…. .

… Doch welches war nun das beliebtest? Noch einmal zur Erinnerung: Zur Wahl standen ein praktisches Stiftemäppchen, mit coolen beschichteten Innenstoffen, eine süße Eule, ein niedlicher Elefant oder ein witziges Monster. Und das Rennen machte ….. Trommelwirbel….. Die Eule! Ich habe im Vorfeld ja eher auf das Mäppchen getippt (entsprechend viel Stoff habe ich übrig und kann nun Mäppchen, Taschen oder Geldbeutel in allen Varianten nähen), aber schließlich haben sich fünf Kinder für die Eule entschieden, drei für das Mäppchen und ein Mädchen für das Monster. Ich habe natürlich ein bisschen nachgehakt, und gefragt, warum sich so wenige für das Mäppchen entschieden haben. Die Antwort lautete immer: „Ich habe schon so viele zuhause, das brauche ich einfach nicht.“ Die Eule schien dafür umso mehr gebraucht zu werden :-).

Hatte also jedes Kind sein Projekt und den entsprechenden Stoff ausgesucht, wurde es, nach einer kurzen Knabber- und Trinkpause, richtig Ernst. Mit großem Ehrgeiz haben die Mädchen fleißig genäht, manche Nähte wurden wieder aufgetrennt und neu zusammengenäht, doch keines der Kinder hat die Lust verloren und schließlich hielten alle ein fertiges Nähstück in ihren Händen und strahlten stolz und glücklich als sie von ihren Eltern abgeholt wurden. Und nicht nur den Kindern hat es Spaß gemacht, auch ich war am Ende des Tages sehr zufrieden. Auf Wunsch einiger Mädchen und Mamas werde ich nächstes Jahr sicherlich wieder die „Nähwerkstatt“ anbieten – mal schauen, was dann genäht wird… .

Mein Fazit: Auch wenn es einiger Planung und Organisation im Vorfeld bedarf, hat die „Nähwerkstatt“ mir und auch den Kindern große Freude gemacht. Und so behält der französische Schriftsteller André Gide recht, wenn er sagt: „Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.“

Nähmaschinen

Der Nähtisch mit drei, zeitweise auch mit vier Nähmaschinen. Meine neue W6 war natürlich die beliebteste (die näht quasi von alleine ;-)).

Produkte

Drei fertige Eulen und ein Monster hatten sich zum Abschlussfoto auf dem Sofa versammelt. Sehen doch richtig süß aus, oder?